Die EUDR betrifft gelistete Holzprodukte und Möbel aus Vietnam. Der Hauptstichtag ist der 30. Dezember 2026; für bestimmte kleine und Kleinstmarktteilnehmer gibt es eine Verlängerung bis zum 30. Juni 2027. Produkt, Rolle und Unternehmensstatus entscheiden. EUDR, Artikel 1 und 38.

Welche Produkte sind erfasst?

Die konkrete Liste steht in Anhang I. Für Holzlieferketten sind insbesondere diese Bereiche relevant:

  • Bestimmte Positionen unter KN 9403: Holzmöbel für Büros, Küchen, Schlafzimmer und andere Zwecke sowie Teile von Holzmöbeln.
  • Bestimmte Positionen unter KN 9401: Sitzmöbel aus Holz beziehungsweise mit Holzrahmen und bestimmte Sitzmöbelteile aus Holz.
  • Gelistete Produkte aus Kapitel 44: beispielsweise Schnittholz, Platten und andere Holzwaren.

Prüfen Sie den genauen KN-Code und die zugehörige Produktbeschreibung einschließlich Ausnahmen. Die 2026 geänderten Möbel-Einträge schließen gebrauchte Erzeugnisse und Gebrauchtwaren aus. Neu hinzugefügte Produkte haben dort, wo dies ausdrücklich angegeben ist, den Anwendungsbeginn 30. Dezember 2027. Das verschiebt die Frist bestehender Holzmöbel-Einträge nicht pauschal. EUDR, aktueller Anhang I; Verordnung 2026/2102.

Welche Frist gilt?

Grundsätzlich gilt der 30. Dezember 2026. Natürliche Personen sowie Kleinst- und Kleinmarktteilnehmer, die am 31. Dezember 2024 bereits als solche bestanden, erhalten für bestimmte Produkte Zeit bis zum 30. Juni 2027. Die Verlängerung gilt nicht für Produkte im Anhang der bisherigen EU-Holzhandelsverordnung (EUTR). Viele Holzmöbel gehörten dazu, Sitzmöbel aus Holz dagegen nicht. Nachgelagerte Marktteilnehmer und Händler können diese Ausnahme für Marktteilnehmer nicht einfach übernehmen. EUDR, Artikel 38; EUTR, Anhang.

Die Abgrenzung erläutert der Beitrag EUDR-Frist für kleine Möbelimporteure.

Wer übernimmt welche Aufgabe?

  • Der Marktteilnehmer, beim üblichen Import aus Vietnam der EU-Importeur, führt die Sorgfaltsprüfung durch und reicht die Sorgfaltserklärung vor dem Inverkehrbringen im EU-Informationssystem ein.
  • Der Hersteller in Vietnam stellt in dieser Konstellation die Lieferanten-, Flächen- und Produktdaten bereit. Andere Geschäftsmodelle können die Rolleneinordnung verändern; Artikel 7 regelt das Inverkehrbringen durch Unternehmen außerhalb der EU.
  • Nachgelagerte Marktteilnehmer und Händler haben eigene Pflichten zu Lieferanten- und Kundeninformationen, Aufbewahrung und dem Umgang mit Hinweisen auf Verstöße. Für größere Unternehmen kommen Registrierung und weitere Prüfpflichten hinzu.

Rechtsgrundlage: EUDR, Artikel 2, 4, 5 und 7. Legen Sie die Zuständigkeiten anhand Ihrer tatsächlichen Lieferkette fest.

Welche Informationen braucht der Importeur?

Die Informationssammlung nach Artikel 9 umfasst unter anderem:

  1. Produkt, Menge und Holzarten: Beschreibung sowie gebräuchlicher und vollständiger wissenschaftlicher Name der verwendeten Holzarten.
  2. Herkunft und Fläche: Erzeugerland, alle relevanten Flächen sowie Erntezeitpunkt oder Erntezeitraum. Bei Holzflächen über vier Hektar ist ein Polygon nötig; bis einschließlich vier Hektar mindestens ein Koordinatenpunkt.
  3. Legalität: überprüfbare Informationen zu den einschlägigen Rechtsvorschriften des Erzeugerlands, einschließlich des Rechts zur Nutzung der Fläche.
  4. Entwaldungsfreiheit: Nachweise zum Stichtag 31. Dezember 2020 und bei Holz zusätzlich zur einschlägigen Bedingung zur Waldschädigung.
  5. Verbindung zur Lieferung: nachvollziehbare Zuordnung der Holzquellen zu den gelieferten Produkten, auch bei mehreren Quellen.

Die vollständigen Anforderungen stehen in Artikel 9 sowie Artikel 2 Nummern 13 und 28. Unsere Liste dient zur Orientierung. Für die Übergabe strukturieren wir Geodaten als GeoJSON und kennzeichnen offene Punkte; eine Satellitenprüfung allein belegt noch keine Legalität.

Was ändert Vietnams geringes Risiko?

Vietnam ist als Land mit geringem Risiko eingestuft. Die vereinfachte Sorgfaltspflicht setzt aber voraus, dass alle relevanten Rohstoffe und Produkte aus Niedrigrisikoländern stammen. Lieferkettenkomplexität, Umgehungs- und Vermischungsrisiken sind zu prüfen; Informationspflichten bleiben bestehen. Hinweise auf Verstöße lösen die Pflichten zur Risikobewertung und Risikominderung sowie eine unverzügliche Mitteilung an die Behörde aus. Verordnung 2025/1093; EUDR, Artikel 13.

Bei Holz aus anderen Ländern zählt dessen Erzeugerland. Die Verarbeitung in Vietnam ändert daran nichts. Mehr dazu: Vietnam als Niedrigrisikoland und importiertes Holz.

Welche Lücken sollten Sie zuerst prüfen?

Für eine operative Bestandsaufnahme empfehlen wir vier Fragen: Reichen die Daten bis zur einzelnen Fläche? Passen die Dokumente zu den Flächen und Lieferungen? Ist klar, wer fehlende Angaben anfordert? Lässt sich die konkrete Warenpartie zuordnen? Das sind praktische Prüfpunkte, keine zusätzlichen gesetzlichen Kategorien.

Starten Sie mit Produktcodes, Rolle und einer Lieferkette, die Sie vollständig dokumentieren. Der Selbstcheck für Importeure hilft bei der Vorbereitung. Für Ihre Lieferanten gibt es den Hersteller-Selbstcheck auf Vietnamesisch.